Viele Formen von Schwindel entstehen durch Störungen im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs oder in der Verarbeitung der Gleichgewichtsinformationen im Gehirn. Typische Beschwerden sind z. B. Lagerungsschwindel, Drehschwindel, Unsicherheit beim Gehen oder ein schwankendes Gefühl.
In unserer Praxis bieten wir eine spezialisierte physiotherapeutische Schwindeltherapie (Vestibulartherapie) an. Dabei werden gezielte Untersuchungen und individuell angepasste Übungen eingesetzt, um das Gleichgewichtssystem zu trainieren und die Beschwerden zu reduzieren.
Behandelt werden unter anderem:
- gutartiger Lagerungsschwindel (BPLS)
- periphere vestibuläre Hypofunktion (z.B. Schwindel nach Neuritis vestibularis, Akkustikusneuriom oder im Alter (Presbyvestibulopathie))
- Gleichgewichtsstörungen nach Innenohrerkrankungen
Die Behandlung erfolgt durch einen Vestibulartherapeuten (zertifiziert durch das IVRT (Institut für Vestibuläre Rehabilitationstherapie))
Die vestibuläre Hypofunktion ist z. B. eine Schwächung oder ein Ausfall des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, was zu Schwindel, Gangunsicherheit und Sehstörungen bei Kopfbewegungen führt. Ursachen sind oft Entzündungen (Neuronitis), Alterung oder Schädigungen. Die Therapie umfasst eine gezielte vestibuläre Rehabilitation zur Verbesserung von Stabilität und Blickstabilisation.
Symptome und Auswirkungen:
- Schwindel: Besonders bei schnellen Kopfbewegungen, beim Gehen oder in dunklen Umgebungen.
- Sehstörungen: Unscharfes Sehen (Oszillopsien) bei Bewegung, da Augen- und Kopfbewegungen nicht mehr korrekt koordiniert sind und/oder der vestibulookuläre Reflex nicht mehr richtig funktioniert, der normalerweise dafür zuständig ist, dass die Augen eine Gegenbewegung zur Kopfbewegung durchführen, um das Bild zu stabilisieren.
- Gleichgewichtsstörungen: Gangunsicherheit, Schwankbewegungen, Probleme auf unebenem Untergrund.
- Begleiterscheinungen: Übelkeit, Tinnitus oder Geräuschempfindlichkeit.
Ursachen:
- Neuritis vestibularis: Entzündung des Gleichgewichtsnervs.
- Morbus Menière: Innenohrerkrankung.
- Ototoxizität: Medikamente (z. B. bestimmte Antibiotika), die das Innenohr schädigen.
- Trauma: Felsenbeinfrakturen
- Alter (Presbyvestibulopathie) oder idiopathisch (ohne erkennbare Ursache).
Behandlung und Diagnose:
- Diagnostik: HNO-ärztliche oder neurologische Abklärung (z. B. Nystagmus-Analyse, Lagerungsprüfungen).
- Vestibuläre Rehabilitation (Physiotherapie):Das Gehirn lernt, die Schwäche durch Training zu kompensieren. Dies beinhaltet Übungen zur Augen-Kopf-Koordination (z.B. Blickstabilisation -Fixieren eines Punktes bei Kopfbewegung) und Gleichgewichtsübungen (z. B. auf unebenem Untergrund oder mit geschlossenen Augen).
- Wichtig: Tägliches Training ist entscheidend für den Erfolg.
- Medikamente: Sedierende Mittel (gegen Schwindel) sollten nur kurzzeitig in der Akutphase eingenommen werden, da sie die zentrale Kompensation (die Anpassung des Gehirns) behindern können.
Die Prognose bei konsequentem Training ist meist gut, auch wenn die Erholung Wochen bis Monate dauern kann.